• Patient im Mittelpunkt! Über neue Wege im Gesundheitswesen.

    Ich tue mein Bestes – Jutta von Campenhausen über ärztliche Kommunikation

    „Man muss nicht immer das schwere Gespräch üben und Schauspieler einladen. Es geht darum zu sensibilisieren und sich die Perspektive der Patientinnen und Patienten bewusst zu machen.“

    In dieser Folge von „Patient im Mittelpunkt“ – dem Podcast der Christoph Lohfert Stiftung sprechen wir mit der Wissenschaftsjournalistin Dr. Jutta von Campenhausen über ihr neues Buch „Ärztliche Kommunikation für Medizinstudierende„.

    Über die Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen wurde in den vergangenen Jahren viel geschrieben – es gibt Handbücher mit Kommunikationstechniken speziell für den Medizinberuf, Selbsttests und Trainings mit Schauspielenden als Patient:innen. Kurzum: Die Kommunikationskompetenz von Ärzt:innen ist ein Thema geworden. Und gerade vor dem Hintergrund knapper werdender (Zeit-)Ressourcen kann man dieses Thema nicht oft genug ansprechen. Denn, wie Dr. Eckart von Hirschhausen sagt: „Die Kunst in der Gesprächskunst und in der Heilkunst gilt es wiederzuentdecken“. Er empfiehlt dafür das Buch „Ärztliche Kommunikation für Medizinstudierende“ von Dr. Jutta von Campenhausen.

    Wir fragen sie im Interview nach den wichtigsten Gesprächstechniken, der Bedeutung von Emotionen, um im ärztlichen Gespräch Vertrauen zu schaffen, warum man durchaus auch mal scheinbar Selbstverständliches aussprechen sollte und welche eigenen Erfahrungen sie zu diesem Buch motiviert haben.

    Public Health Expertin Freia De Bock über die Schlüsselelemente von Prävention und Gesundheitsförderung

    Im Podcast der Christoph Lohfert Stiftung spricht Prof. Dr. Freia De Bock über das diesjährige Ausschreibungsthema des Lohfert-Preises 2022: Gemeinsam für mehr Gesundheit: Modelle und Technologien zur Verbesserung der Erreichbarkeit, Aufklärung und Beteiligung in der gesundheitlichen Versorgung. Die Gesundheitsexpertin erläutert, warum Erreichbarkeit und Beteiligung der Schlüssel für einen großen Public Health Impact in der Fläche sind, was soziale und gesundheitliche Ungleichheit miteinander zu tun haben und warum es wichtig ist, die Medienkompetenz zu verbessern.

    Je fitter vor der OP, desto fitter danach – wie das multidisziplinäre ERAS-Projekt die Patient:innen miteinbezieht

    „Mein Wunsch wäre, dass sich diese Art der engen interdisziplinären Zusammenarbeit, die wir hier erleben dürfen mit den entsprechenden Erfolgen, […] routinemäßig in allen Bereichen des Krankenhausdaseins etabliert.“ Dr. Björn Wellge und die ERAS-Nurse Freya Brodersen sprechen über das ERAS-Projekt am UKE.

    ERAS steht für “Enhanced Recovery After Surgery” und stellt ein Versorgungskonzept dar, das die Erholungszeit nach Operationen beschleunigen sowie unerwünschte Ereignisse und Komplikationen vermeiden hilft. Das Konzept geht maßgeblich auf den Kopenhagener Chirurgen Henrik Kehlet zurück. Dieser konnte bereits in den 1990er Jahren zeigen, dass Patient:Innen bestimmter chirurgischer Eingriffe am Darm deutlich schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden können als damals üblich – nämlich schon nach 2 anstatt nach 10 Tagen – wenn sie nach dem ERAS Ansatz behandelt werden, bei gleichen Heilungschancen wohlgemerkt. Der Ansatz wurde anschließend weiterentwickelt, international wissenschaftlich erprobt und auf weitere operative Eingriffe ausgeweitet. Heute ist das ERAS®- Behandlungskonzept weltweit an Kliniken etabliert. Im UKE ist es der Behandlungsstandard bei Operationen an der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre und der Leber.

    Nachhaltig erfolgreich: Integrierte Behandlung von Mutter und Kind

    An der Beziehungs- und Bindungsfähigkeit arbeiten, die eigenen Bedürfnisse und die seines Kindes wahrnehmen – die Mutter-Kind-Tagesklinik in Dresden bietet einen geschützten Raum, in dem psychisch erkrankte Frauen vor und nach der Geburt psychologische und medizinische Behandlung, Begleitung und Unterstützung in der Bindung zu ihrem Kind erfahren. Die Klinikdirektorin Prof. Dr. Kerstin Weidner im Interveiw mit Tanja Brunner von der Christoph Lohfert Stiftung.

    Anne Karow über die integrierte und koordinierte Versorgung von Menschen mit schweren psychotischen Erkrankungen im „Hamburger Modell“

    Langfristig, evidenzbasiert, sektorenübergreifend: Das neue Lohfert-Preis-Projekt ist ein Lichtblick für Menschen mit schweren psychotischen Erkrankungen. Die flexible, bedarfsadaptierte Behandlung in multidisziplinären Teams mit primären Bezugstherapeuten gewährleistet eine Beziehungskontinuität, die nicht an Sektorengrenzen Halt macht.

    Dranbleiben, zur Not auch unangemeldet Zuhause vorbeifahren (sofern der oder die Erkrankte dem zuvor generell zugestimmt hat) – für den Erfolg des mit dem Lohfert-Preis ausgezeichneten Projekts spielen feste multidisziplinäre Bezugsteams eine Schlüsselrolle für die langfristige Genesung psychisch schwer erkrankter Menschen. Wir haben mit Prof. Anne Karow über diese Art der sektorenübergreifenden und vernetzenden Versorgung gesprochen, über deren Wirksamkeit und Erfolge sowie über die Hürden, die sich hierzulande für flexible Versorgungsformen ergeben.