• Patient im Mittelpunkt! Über neue Wege im Gesundheitswesen. Podcast

    Maximilian Roederstein von OnkoPass: Wie eine digitale Begleitung ambulante Krebstherapien sicherer macht

    Kein Fax, kein langes Warten am Telefon, sondern alles auf einen Blick: Digitale Therapiebegleitung schafft Sicherheit für Patient:innen und entlastet Behandlungsteams

    Das Interview im Überblick

    01:31 – Warum benötigen Patient:innen während einer ambulanten Krebstherapie eine digitale Begleitung?

    05:11 –Wie verändert OnkoPass die Patient Journey nach der Krebsdiagnose?

    „Auf einmal steht man zu Hause, und da geht es dann los mit vielen Fragen.“

    07:21 – Wie entlastet eine digitale Plattform wie OnkoPass die Behandlungsteams?

    09:11 – Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Patient:in und Klinik?

    „Wir wollen den administrativen Prozess unterstützen, aber nicht die ärztliche Entscheidungsfindung oder Kommunikation ersetzen.`“

    15:37 – Welche Rolle spielen Patient-Reported Outcomes (PROs)?

    „Wir nutzen validierte Fragen, die regelmäßig über die Patienten-App abgefragt werden.“

    23:00 – Warum verfolgt OnkoPass einen gemeinsamen Ansatz für Klinik und Patient:in?

    24:37 – Welche Erfahrungen gibt es bisher mit OnkoPass?

    27:08 – Wie sieht die Zukunft der digitalen Krebsversorgung aus?

    29:03 – Exkurs: Was hat ein australischer Hund mit der Krebsversorgung im Jahr 2045 zu tun?

    Mehr zu OnkoPass: https://onko-pass.com/

    Der Lohfert-Preis 2026 ist mit 20.000 Euro dotiert und würdigt zukunftsweisende Projekte, die die Patient Journey und Versorgungsqualität verbessern – und neue Wege institutionenübergreifender Zusammenarbeit eröffnen. In einer Zeit, in der das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems auf dem Prüfstand steht, sind solche Ansätze entscheidend: Sie stärken Orientierung, Sicherheit und Kontinuität für Patient:innen.

    Der Förderpreis wird in diesem Jahr zum 14. Mal vergeben. Schirmherr ist Stefan Schwartze, MdB, Patientenbeauftragter der Bundesregierung.

    Die Preisverleihung findet am 09.09.2026 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt. Preisträger ist das Projekt „ePROtect: Kontinuierliche Begleitung krebskranker Kinder“ der Medizinischen Universität Innsbruck.

    Patient Journey sichtbar machen: Visuelle Therapiepläne in der Krebsmedizin

    Dr. Helena Jambor über bessere Verständlichkeit, mehr Therapietreue und Kommunikation auf Augenhöhe

    Einfache Zeichen auf einem Zeitstrahl helfen Krebs-Patient:innen besser zu verstehen, was bei ihrer Behandlung wann, wo und wie auf sie zukommt. Diese „visuellen Therapiezeitpläne“ des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (NCT/UCC) machen die eigene Patient Journey, den Weg durch die Behandlung mit ihren unterschiedlichen Stationen, leichter verständlich – und erleichtern die Kommunikation zwischen Behandelnden und ihren Patient:innen enorm. Das macht sich im übrigen auch besonders auch bei Sprachbarrieren bemerkbar und hat die Jury des Lohfert-Preises 2026 überzeugt, dem Projekt eine lobende Erwähnung auszusprechen.

    „Die Sprachbarrieren können absolut fantastisch überbrückt werden mit visuellen Hilfen. Es ist nachgewiesen, dass es hervorragend funktioniert.“ (H. Jambor)

    Das Interview im Einzelnen

    2:20 – Was sind visuelle Therapiepläne – und was können sie? Therapiepläne bieten Orientierung und Sicherheit

    4:24 – Wie entstand die Idee zu den visuellen Therapieplänen? Über biografische Prägung hin zur Datenvisualisierung und die Tätigkeit am NCT Dresden

    8:19 – Können Therapiepläne Therapietreue und Sicherheitsempfinden fördern? Ob am Kühlschrank, im Portemonnaie oder bei den Verwandten – der Therapieplan ist immer dabei

    „Dieses Sicherheitsempfinden ist sehr stark nach oben gegangen, wenn wir eine visuelle Hilfe hatten.“ (H. Jambor)

    10:22 – Sind die Therapiepläne auch für die Behandlungsteams hilfreich? Visuelle Therapiepläne als Gesprächsleitfaden

    16:12 – Wie lassen sich die Therapiepläne herstellen? Digitalisierung erleichtert die Umsetzung

    19:38 – Wie wird gewährleistet, dass die Symbole von allen verstanden werden? Transparency and Translucency – ISO-Verständlichkeitskriterien und die Erkenntnisse der Risikokommunikation

    21:40 – Inwiefern tragen Therapiepläne zu einer besseren Patient Journey bei – und welchen Nutzen haben sie für die Ärzt:innen und das Pflegepersonal

    22:24 – Sind die visuellen Therapiepläne auch für andere Einrichtungen beziehungsweise Erkrankungen anwendbar? Über ihre weitere Nutzung in der Medizin und ihre Vorteile 

    25:52 Was erwartet Dr. Jambor für die Zukunft?

    Interessante Links

    JAMIA, Communicating cancer treatment with pictogram-based timeline visualizations : https://academic.oup.com/jamia/article/32/3/480/7958420#500417834

    PM der NCT/UCC Dresden : https://www.nct-dresden.de/de/das-nctucc-dresden/newsroom/aktuelles/infografik-statt-text-studie-zeigt-dass-visuelle-hilfen-entscheidungskompetenz-bei-komplexen-krebstherapien-erhoehen

    Patient Journey sichtbar machen: Visuelle Therapiepläne in der Krebsmedizin

    Dr. Helena Jambor über bessere Verständlichkeit, mehr Therapietreue und Kommunikation auf Augenhöhe

    Einfache Zeichen auf einem Zeitstrahl helfen Krebs-Patient:innen besser zu verstehen, was bei ihrer Behandlung wann, wo und wie auf sie zukommt. Diese „visuellen Therapiezeitpläne“ des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (NCT/UCC) machen die eigene Patient Journey, den Weg durch die Behandlung mit ihren unterschiedlichen Stationen, leichter verständlich – und erleichtern die Kommunikation zwischen Behandelnden und ihren Patient:innen enorm. Das macht sich im übrigen auch besonders auch bei Sprachbarrieren bemerkbar und hat die Jury des Lohfert-Preises 2026 überzeugt, dem Projekt eine lobende Erwähnung auszusprechen.

    „Die Sprachbarrieren können absolut fantastisch überbrückt werden mit visuellen Hilfen. Es ist nachgewiesen, dass es hervorragend funktioniert.“ (H. Jambor)

    Das Interview im Einzelnen

    2:20 – Was sind visuelle Therapiepläne – und was können sie? Therapiepläne bieten Orientierung und Sicherheit

    4:24 – Wie entstand die Idee zu den visuellen Therapieplänen? Über biografische Prägung hin zur Datenvisualisierung und die Tätigkeit am NCT Dresden

    8:19 – Können Therapiepläne Therapietreue und Sicherheitsempfinden fördern? Ob am Kühlschrank, im Portemonnaie oder bei den Verwandten – der Therapieplan ist immer dabei

    „Dieses Sicherheitsempfinden ist sehr stark nach oben gegangen, wenn wir eine visuelle Hilfe hatten.“ (H. Jambor)

    10:22 – Sind die Therapiepläne auch für die Behandlungsteams hilfreich? Visuelle Therapiepläne als Gesprächsleitfaden

    16:12 – Wie lassen sich die Therapiepläne herstellen? Digitalisierung erleichtert die Umsetzung

    19:38 – Wie wird gewährleistet, dass die Symbole von allen verstanden werden? Transparency and Translucency – ISO-Verständlichkeitskriterien und die Erkenntnisse der Risikokommunikation

    21:40 – Inwiefern tragen Therapiepläne zu einer besseren Patient Journey bei – und welchen Nutzen haben sie für die Ärzt:innen und das Pflegepersonal

    22:24 – Sind die visuellen Therapiepläne auch für andere Einrichtungen beziehungsweise Erkrankungen anwendbar? Über ihre weitere Nutzung in der Medizin und ihre Vorteile 

    25:52 Was erwartet Dr. Jambor für die Zukunft?

    Interessante Links

    JAMIA, Communicating cancer treatment with pictogram-based timeline visualizations : https://academic.oup.com/jamia/article/32/3/480/7958420#500417834

    PM der NCT/UCC Dresden : https://www.nct-dresden.de/de/das-nctucc-dresden/newsroom/aktuelles/infografik-statt-text-studie-zeigt-dass-visuelle-hilfen-entscheidungskompetenz-bei-komplexen-krebstherapien-erhoehen

    Mehr Sicherheit, mehr Beteiligung, mehr Lebensqualität – wie eine App die Kinderkrebsbehandlung verbessert

    „Wie geht es dir heute?“ Mehr Sicherheit im Alltag schwerkranker Kinder

    Die App „ePROtect“ der Medizinischen Universität Innsbruck vernetzt Familien, Kliniken und Kinderärzt:innen

    Jeden Morgen melden Kinder und Jugendliche der Innsbrucker Kinderonkologie per App, wie es ihnen geht – zuhause genauso wie in der Klinik. Das digitale Patient:innenmanagementsystem ePROtect begleitet sie während ihrer Krebstherapie, vernetzt Familien und Behandelnde und hilft dabei, Beschwerden frühzeitig zu erkennen. Nun hat ePROtect den Lohfert-Preis 2026 gewonnen.

    Projektleiter ist Univ.-Prof. Mag. Dr. Roman Crazzolara. Er leitet den Bereich „Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation“ der Medizinischen Universität Innsbruck und lehrt dort seit 2019. Wir haben mit ihm im Podcast-Interview über das Projekt „ePROtect: Kontinuierliche Begleitung krebskranker Kinder“gesprochen: 

    02:36 – Vom Überleben zum besser leben

    05:26 – Die Perspektive der Patient:innen wird Teil der Therapie

    08:40 – Wenn die App Alarm schlägt

    12:04 – Telemedizin statt langer Anfahrtswege

    17:36 – Mehr Sicherheit durch unmittelbare Reaktion

    21:51 – Von Innsbruck in den deutschsprachigen Raum

    29:40 – 42 Sekunden täglich für den Fragebogen: „schneller als Zähneputzen“

    37:06 – Digitalisierung als Chance für eine bessere Versorgung

    Fragen und Antworten

    Was ist ePROtect?

    ePROtect ist ein digitales Begleitprogramm für krebskranke Kinder und Jugendliche. Über eine speziell entwickelte App erfassen die Patient:innen oder ihre Eltern täglich  ihr aktuelles Befinden. Die Informationen stehen dem Behandlungsteam unmittelbar zur Verfügung und fließen direkt in die Versorgung ein.

    Warum wurde ePROtect entwickelt?

    Die Heilungschancen bei Kinderkrebs sind heute so hoch wie nie zuvor. Gleichzeitig rückt die Frage stärker in den Mittelpunkt, wie Kinder die oft belastende Therapie erleben. ePROtect hilft dabei, Nebenwirkungen, Beschwerden und die Lebensqualität der Patient:innen kontinuierlich zu erfassen und frühzeitig darauf zu reagieren.

    Welchen Nutzen haben Familien von ePROtect?

    Die Familien erfahren in der Zeit zwischen den Klinikbesuchen ein stärkeres Gefühl von Sicherheit. Beschwerden werden früh erkannt, auch wenn sich ihr krankes Kind gerade zu Hause befindet. Gleichzeitig bleiben den Familien die oft langen Anfahrtswege espart, da ein Teil der Betreuung digital und in Zusammenarbeit mit wohnortnahen Kinderarztpraxen erfolgen kann.

    Wie funktioniert die App im Alltag?

    Die Kinder oder ihre Eltern beantworten täglich einen kurzen digitalen Fragebogen. Die Eingabe dauert meist weniger als eine Minute. Werden belastende Symptome gemeldet, erhält das Behandlungsteam eine Benachrichtigung und kann bei Bedarf Kontakt aufnehmen oder weitere Schritte einleiten.

    Ersetzt ePROtect den direkten Kontakt zur Klinik?

    Nein. ePROtect ergänzt die medizinische Betreuung, ersetzt sie aber nicht. Bei akuten Problemen – vor allem bei Fieber – müssen die Familien weiterhin unmittelbar Kontakt mit der Klinik aufnehmen. Die App dient der täglichen Begleitung und unterstützt die Kommunikation zwischen Familien und Behandlungsteam.

    Wer steht hinter ePROtect?

    ePROtect entstand in Zusammenarbeit der Universitätsklinik für Pädiatrie I, der Universitätsklinik für Psychiatrie II der Medizinischen Universität Innsbruck und dem Softwarepartner EvaluationSoftware Development (ESD). Das Projekt wird gefördert von der Kinderkrebshilfe für Tirol und Vorarlberg, Kinderhilfe Regenbogen Südtirol und dem Land Tirol.

    Bertram Solcher: Welche Rolle spielt Fotografie in der Medizin?

    Medizinfotograf Bertram Solcher über Fotografie im Klinikalltag, visuelle Empathie und warum echte Bilder mehr erzählen als jede KI

    Seit dem ersten Lohfert-Preis begleitet Bertram Solcher innovative Projekte im Gesundheitswesen mit der Kamera. Im Podcast erzählt der Mediziner und Fotograf, wie aus der Beobachtung medizinischer und pflegerischer Prozesse bewegende Bildgeschichten entstehen, welche Begegnungen ihn besonders in Erinnerung geblieben sind und wie er die Patientenorientierung fotografisch sichtbar machen kann.

    „Mir geht es darum, wie im Mikrokosmos Medizin Menschen miteinander interagieren.“

    01:43 –Vom ersten Lichtbild 1826 zum Digital-Bild 2026: Was ist Medizinfotografie? Was macht Bertram Solcher?

    03:52 – „Die goldenen 90er“: Der Weg zur Fotografie und Medizin

    08:36 – Der Mensch im Mittelpunkt der Bilder

    09:37 – Mit Kamera im Klinikalltag

    „Ich habe auch kein Problem, mich mit Menschen auseinanderzusetzen, die in für sie problematischen Situationen sind – und im Bedarfsfall lasse ich auch erstmal die Kamera liegen und unterhalte mich oder bin einfach erstmal nur da.“

    11:04 – Über die depressive Erkrankung seiner Tochter und wie das Lockdown-Fototagebuch zu einer Ausstellung mit der Fürstenberg Foundation führte

    17:13 – Fotografieren im OP: Beobachten, nicht inszenieren

    „Man kann das als Vorteil oder auch als Nachteil sehen: Ich kann mir keine Bilder bauen… Was ich aber kann, ist, Leute arbeiten lassen, und zwar so, wie sie normal agieren und sie dabei zu beobachten. Und das funktioniert.“

    21:40 – Über die Kunst der Vorbereitung und prägende Projekte: Von Frühgeborenen und Demenzkranken

    „Ich möchte Klischees vermeiden und eine Perspektive bieten, die es so noch nicht gegeben hat. Oder zumindest in diesem Zusammenhang noch nicht gegeben hat.“

    26:27 – Der Lohfert-Preis wirkt! Über nachhaltige Erfolge und schwierige Bedingungen

    30:24 – Was unterscheidet Fotografie von KI-generierten Bildern? 

    38:11 – Nicht alles, was das Foto spannend macht, ist auch für die Medizin spannend – und umgekehrt – über die Wirklichkeit als kreativer Moment und die Schönheit der Aortenklappe

    „Die Wirklichkeit ist häufig so viel spannender als alles, was wir uns am grünen Tisch ausdenken können.“

    42:24 – Wünsche für die Zukunft, unser Zusammenleben und die KI als Zeitgeber für mehr Patientenorientierung

    Hamburg, 28.04.2026


    Zur Person

    Bertram Solcher ist Fotograf und Mediziner. Seit mehr als 25 Jahren fotografiert er, angefangen mit Arbeiten für Tageszeitungen, nationale und internationale Magazine wie Stern, GEO oder SPIEGEL. Seit den frühen 2000er-Jahren widmet sich Bertram Solcher der Corporate Fotografie mit den Schwerpunkten Medizin, Wissenschaft und Technik. Bertram Solcher wird von der Agentur Laif vertreten.