• Patient im Mittelpunkt! Über neue Wege im Gesundheitswesen.

    Sabine Brase über gute Führung, Personalgewinnung und die Akademisierung der Pflege

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    Was können Krankenhäuser und Kliniken tun, um dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen?

    „Weniger Fachkräfte müssen immer komplexere Versorgungssituationen meistern“ – insbesondere die Pflege, die Patienten und Patientinnen oft am nächsten steht, ist von den aktuellen Herausforderungen betroffen.

    Sabine Brase, Geschäftsführerin Pflege – Bildung – Zukunft am Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam ist eine der profiliertesten Stimmen für die Belange der Pflege.

    Seit diesem Jahr ergänzt sie zudem die Jury des Lohfert-Preises. Dessen Thema lautet: Fachkräftemangel als Impuls: Strategien zur Entwicklung und Stärkung des Gesundheitspersonals. Ein guter Anlass für ein Interview (die Akustik in dieser Ausgabe bitten wir zu entschuldigen…)

    Was bedeutet gute Führung – und was hat das mit Personalgewinnung zu tun?

    1:23 – Sabine Brase über Trends in der Gesundheitswirtschaft und die strategischen Aufgaben von Führungskräften.

    „Wir haben hochkomplexe Führungssituationen… Und der Gesundheitssektor per se ist noch mal dynamischer und stellt uns vor große Herausforderungen.“

    4:27 – Warum das Thema Wertschätzung so wichtig ist

    Sabine Brase über die Bedeutung von Wertschätzung für die Arbeitszufriedenheit und die verschiedenen Perspektiven von Wertschätzung.

    „Die Führungsebene ist aufgefordert herauszufinden, was Wertschätzung für die eigene Belegschaft ausmacht und woran sie messen kann, ob sich die Mitarbeitenden wertgeschätzt fühlen.“

    05:52 – New Work und Partizipation: Über Führung und Management-Trends im Gesundheitsbereich

    Sabine Brase über die Arbeitsforderungen der jungen Generation und das Dilemma zwischen individuellen Wünschen und den Regelungs- und Organisationsanforderungen von Krankenhäusern.

    08:19 – Über geeignete Wege aus dem Fachkräftemangel

    Sabine Brase über verschiedene allgemein einsetzbare Maßnahmen vom Recruiting, fachlicher Qualifikationen, Berufskarrieren bis zum Verbleib im Beruf.

    14:52 – Apropos Pflegeberufegesetz und Pflegestudium-Stärkungsgesetz

    Sabine Brase über die Vergütung beim Pflegestudium und die Notwendigkeit zur Akademisierung.

    19:16 – Warum auch Mediziner:innen von den neuen Kompetenzen der Pflegenden überzeugt sein werden

    Sabine Brase über die interdisziplinäre Ausbildungsstation IPSTA.

     „Wir brauchen ein Fundament an gemeinsamer Ausbildung, sodass … wir dahin kommen, dass man nicht mehr über Kompetenzgerangel spricht, sondern: Wer kann es am besten? Wer hat jetzt die Ressourcen? Was braucht mein Patient, meine Patientin, um den Patientenfokus wirklich zu erhöhen?“

    22:58 – Eine Vision für die Pflege im Jahr 2030 ..

    „Wir werden dazu kommen, dass wir neu definieren, wer hat welche Kompetenz, was braucht mein Patient – und nur danach werden wir uns richten.“

    24:43 – Zuguterletzt: Warum Instagram?  

    Sabine Brase über die Möglichkeiten, ihre Tätigkeit transparent und für Interessierte nachvollziehbar darzustellen.

    Potsdam/ Hamburg, im Januar 2024

    Gemeinsam für ein zukunftsfähiges Krankenhaus: Interview mit Nicole Krojer

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    „Das Menschen-Mitnehmen ist beim Thema Nachhaltigkeit ein riesengroßer Hebel.“

    „Jedes einzelne Krankenhaus ist eine gigantische Dreckschleuder“, sagte neulich Prof. Dr. Jochen Werner, Vorstand der Essener Uniklinik, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Ist das übertrieben? Immerhin fünf Prozent der CO2-Emissionen Deutschlands stammen aus der Gesundheitsversorgung. Ein Großteil davon entsteht in den Lieferketten.

    Hier setzen Stefan und Nicole Krojer an. Unter dem Label Zukunft Krankenhaus Einkauf – ZUKE GREEN vernetzen sie Nachhaltigkeitsmanager:innen und an Nachhaltigkeit Interessierte. So möchten sie Best Practices für nachhaltiges Wirtschaften schnell, effektiv und entlang Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen in die Breite streuen. Die Jury des Lohfert-Preises 2023 hat für ihr Projekt eine lobende Erwähnung ausgesprochen – und wir haben Nicole Krojer dazu interviewt.

    Im Einzelnen:

    [00:55] 70 Prozent, also fast 3/4 aller CO2 Emissionen im Gesundheitswesen entstehen in den Lieferketten – Nicole Krojer über die Mehrweg- versus Einwegvariante, Produktion und Transportwege …

    [03:44] Warum Kliniken nachhaltig wirtschaften sollten …

    [05:48] Nicole Krojer zur Idee zu ZUKE GREEN …

    [07:55] Über die Herausforderungen im Alltag von Nachhaltigkeitsbotschafter:innen und Nachhaltigkeitsmanager:innen …

    [09:55] Über die Vorteile von berufsübergreifenden, interdisziplinären Gruppen beim Thema Akzeptanz von Nachhaltigkeitsmaßnahmen …

    [11:36] N. Krojer über die neue Plattform Medzudo und die Notwendigkeit, neu zu denken, weil es in der Vergangenheit keine vergleichbaren Herausforderungen gab …

    [14:45] N. Krojer über den Green Health Congress und die Rolle der etablierten Anbieter von Medizinprodukten ….

    [20:16] N. Krojer über die verschiedenen Themen, die in der Nachhaltigkeitscommunity besprochen werden, darüber, was ZUKE Green noch alles macht und die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, die dank Digitalisierung machbar sind…

    [23:05] N. Krojer über das Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD-Richtlinie) und deren Umsetzung im Alltag…

    [24:33] N. Krojer über die ZUKE-Beteiligung an Forschungsprojekten wie KlinKe – Klimaneutrale Sekundärprozesse im Krankenhaus der HWR Berlin und die Bedeutung der Zusammenarbeit mit  Partnern …

    [26:43] N. Krojer über kurz- und langfristige Ziele von ZUKE Green

    Erkelenz/Hamburg, im September 2023

    Digital besser versorgen: Interview mit PINK!-Gründerin Pia Wülfing

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    Prof. Dr. Pia Wülfing hat die Online-Plattform „PINK! – Aktiv gegen Brustkrebs“ gegründet. Diese umfasst viele digitale Unterstützungsmöglichkeiten für Brustkrebspatientinnen und begleitet sie während der Therapie und vor allem auch in der Zeit danach. In Zeiten chronischer Personal- und Zeitknappheit des medizinischen Personals und angesichts des wachsenden Bedürfnisses nach (Self-)Empowerment und Souveränität von Patient:innen ist PINK! zukunftsweisend – und schon heute sehr erfolgreich.

    Das Gespräch im Überblick

    Welche Unterstützung bietet „PINK!“ konkret für die an Brustkrebs Erkrankten?

    „Es ist ein ganz großes Bedürfnis der Patientinnen, selbstwirksam zu sein und sich eben nicht ihrem Schicksal zu überlassen, sondern selbst aktiv zu werden. Das macht PINK!“

    [03:58] Wie kam es zu der Idee von PINK!

    [05:50]: Was hat es mit der App PINK!  Coach auf sich? Wie ist die Rückmeldung der Kolleg:innen zu dem „digitalen Begleiter für die Hosentasche“, der als DiGA – digitale Gesundheitsanwendung – für die gesetzlich versicherten Patientinnen verfügbar ist.

    [07:15] Die App kann dazu dienen, die ärztliche Kommunikation mit den Patientinnen zu erleichtern –  und dadurch ist es eine Win-Win Situation. Nicht nur für die Patientinnen, sondern auch für die behandelnden Ärzte…

    [08:30] Aus Sicht der Patientinnen: Was unterscheidet die App PINK! Coach von anderen Apps, die es inzwischen auch schon gibt – und was kann sie nicht?

    „Eine App zu bauen ist wahnsinnig teuer, das heißt, irgendein Geschäftsmodell muss dahinterstecken. Und wenn die Kosten nicht über eine DiGA finanziert werden, dann kann es eigentlich nur Datenverkauf oder Datenhandel oder Werbung oder irgendein anderes Interesse sein.“

    [12:30] Datenschutz am Beispiel Schrittzähler …

    [13:20] Wie ist sichergestellt, dass sich die Patientinnen nicht allein auf die App verlassen?

    „Wir sind eher komplementär zu sehen, wenn man so will. Und auch die Inhalte sind ja eher komplementär und nicht das, was die Ärzte in der Regel besprechen oder das, was auch ärztliche Entscheidungen angeht.“

    [15:38] Inwiefern arbeitet PINK! mit der Forschung zusammen? Und wie ist gewährleistet, dass die Nutzerinnen von PINK! von den neuesten Behandlungsmethoden erfahren? Es geht ja – zumindest in der App – eigentlich weniger um Behandlungsmethoden, sondern eigentlich um alles andere drumherum.

    [17:50] Wie erfolgreich ist PINK!?

    „… der Aufwand hinter der DiGA-Entwicklung und dem Betrieb ist so beträchtlich, dass man schon sehr, sehr, sehr viele Nutzerinnen braucht, damit es profitabel ist. Aber das haben wir erreicht. … wir haben tatsächlich den Ansatz, dass wir eine Menge Angebote pro bono anbieten – eigentlich alles andere außer der DiGa. Und dass wir auch wirklich unabhängig von jeglichem Geldgeber sind.“

    [19:05] Kann der digitale Coach auch für Menschen mit anderen Krebserkrankungen oder auch mit chronischen Erkrankungen hilfreich sein?

    Das Projekt „PINK! – Aktiv gegen Brustkrebs“ wird im Rahmen der feierlichen Verleihung des Lohfert-Preises 2023 am 19.09.2023 auf dem Hamburger Gesundheitswirtschaftskongress kurz vorgestellt.

    Mehr dazu auf: www.christophlohfert-stiftung.de und auf www.pink-brustkrebs.de

    Eine Dating-App für´s Ehrenamt? Interview mit Thomas Oeben vom Helferportal

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    Das soziale Unterstützungsnetzwerk Helferportal bringt Freiwillige und Hilfesuchende spontan und passgenau zusammen:

    Unter Helferportal.de können sich die verschiedenen Hilfsorganisationen und Helferkreise vernetzen. Das Ziel: ein flächendeckendes, deutschlandweites Hilfs-Angebot. Die Jury des Lohfert-Preises 2023 hat für das Projekt eine lobende Erwähnung ausgesprochen. Wir haben mit Geschäftsführer Thomas Oeben über das Helferportal gesprochen.

    Im Einzelnen:

    [00:44] Inwiefern kann das Helferportal die Gesundheitsversorgung nachhaltiger machen?

    [01:13] T. Oeben über die Zunahme pflegebedürftiger Menschen bei fehlenden Pflegefachkräften, die Tatsache, dass Ehrenamt an Bedeutung gewinnt und die Frage, wie nicht nur die freiwilligen Helfenden möglichst unkompliziert und passgenau zu den Hilfesuchenden kommen, sondern durch Vernetzung aller Hilfsorganisationen sogar ein flächendeckendes Angebot geschaffen werden kann.

    Inwiefern richtet sich das Angebot einerseits an Menschen, die die Alltags-Hilfe benötigen und andererseits an Akteure der Sozialwirtschaft?

    [05:25] T. Oeben über die Einbindung sogenannter „ungebundener Helfer:innen“, deren Anbindung an bestehende Helferkreise inkl. Abwicklung von Aufwandsentschädigungen und das Angebot der Helferportal GmbH, mit der digitalen Übernahme der administrativen Aufgaben die Vereine zu entlasten.

    Wie läuft die Suche für hilfesuchende Menschen praktisch ab?

    [07:15] T. Oeben über den Anmeldeprozess mit Personen-Ident-Verfahren, Einsatzkriterien, den automatischen Auswahlprozess, die Abrechnung nach dem Einsatz und das abschließende Voting. 

    Die Frage nach der Bewertung der Qualität der Helfenden und vice versa spielt eine gewisse Rolle für zukünftige Buchungen?

    „Bei uns ist nicht nur die Qualifikation, sondern auch die Sicherheit ganz ganz wichtig.“

    [12:51] T. Oeben über Sicherheit und Qualifizierung der Ehrenamtlichen mithilfe des von ihm gegründeten Vereins DEINNACHBAR.

    Was geschieht, wenn die Person sich nicht selbst anmelden kann?

    [13:52] T. Oeben über den Registrierungsprozess und barrierefreie Nutzung des Helferportals.

     Gibt es eine Vergütung und wie hoch ist sie?.

    [15:05] T. Oeben über die Aufwandsentschädigung, die über die angeschlossenen Hilfsorganisationen definiert wird und die Idee eines Assistenzportals.

    Wie kann das Helferportal auch für Quartiersmanagement oder den Katastrophenschutz verwendet werden?

    [17:05] T. Oeben über die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe ein Ahrweiler, wie das Helferprotal für die Koordinierung von Spontanhelfern im Katastrophenfall, aber auch für´s kommunale Engagement genutzt werden kann.

     Wo steht das Projekt bisher – was sind die nächsten Schritte?

    [21:06] T. Oeben über die anstehende Implementierung des Helferprotals in Northeim/Niedersachsen und Dietzenbach/Hessen, die Gewinnung von Partnern in der Sozialwirtschaft und inwiefern die Erfahrungen, die er seit acht Jahren mit dem von ihm gegründeten Verein „DeinNachbar“ macht, nützlich sind.

    Das Projekt „Helferportal“ wird im Rahmen der feierlichen Verleihung des Lohfert-Preises 2023 am 19.09.2023 auf dem Hamburger Gesundheitswirtschaftskongress kurz vorgestellt.

    Mehr dazu auf: www.christophlohfert-stiftung.de und auf www.helferportal.de

    Interview mit Prof. Matthias Rose, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Wie gelingt patientenzentrierte Versorgung?

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    Weg von der Reparaturmedizin hin zur nachhaltigen Gesundheitsversorgung: Wie kann es gelingen, die Perspektive der Patienten und Patientinnen stärker in die Routineversorgung zu integrieren? Kann die standardisierte Version der ur-ärztlichen Frage „Wie geht es Ihnen?“ ein Baustein sein für eine zukunftsfähige, präventive und partizipative Gesundheitsversorgung?

    Prof. Dr. Matthias Rose hat mit seinem Team vom Charité Center for Patient-Centered Outcomes Research den Lohfert-Preis 2023 für das Projekt „Charité PROM Rollout – Integration der Patient:innenperspektive in die Routineversorgung“ gewonnen. Das Ziel des Projekts, das vom Vorstand Krankenversorgung der Charité ins Leben gerufen wurde, ist die Charité-weite Erfassung der selbst-berichteten Gesundheit durch die Patient:innen anhand der PROMs.

    Im Überblick

    00:42: Wofür Patient-Reported Outcomes stehen ­– Matthias Rose über die Definition von PROs – und die Frage: „Wie geht es Ihnen?“

    01:49: Warum die Aussagen der Patient:innen erst jetzt systematisch erfasst werden – zur Bedeutung von Virchow und über den Wandel von der philosophischen zur naturwissenschaftlichen Prämisse der Medizin

    03:56: Über die PRO-Messung aus Sicht der Patient:innen – Matthias Rose über acht Dimensionen der Gesundheit und deren Erfassung bei der Aufnahme

    05:10: Fragebogen als Messinstrument – über die Frage, warum wir Fieber messen und dabei einheitliche Messwerte benötigen – und was ein PROM mit der ePa zu tun hat.

    07:33: Zur Erfassung krankheitsspezifischer Aspekte – Matthias Rose über den Fakt, das Müdigkeit zwar verschiedene Ursachen haben kann, sich aber immer gleich anfühlt – und weshalb Laborwerte und PROs gemeinsam betrachtet werden müssen.  

    11:34: Der Nutzen der PROs für Patient:innen und Mitarbeitende – über Überlebensrate, Prävention und Liegezeitenverkürzung

    19:34:  Wann ist der Effizienz-Vorteil ein Argument? Matthias Rose über tradierte Ziele des Gesundheitswesens und die Transformationsnotwendigkeit der Medizin

    21:08: Zum Erfolg des Projekts – und seinen Herausforderungen – über die Veränderung des Mindset als Voraussetzung für die Medizintransformation, über Datenschutz und die Möglichkeiten von Digitalisierung für den Health Outcome Observatory und European Health Data Space.