Wie sektorenübergreifende Kontinuität für Überlebende einer intensivmedizinischen Therapie gelingen kann
Immer mehr Menschen überleben eine intensivmedizinische Behandlung. Doch mit der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnt für sie oft ein schwieriger Weg. Körperliche, seelische und kognitive Beschwerden begleiten sie zum Teil noch lange. Die ambulante Versorgung nach dem Klinik- und Reha-Aufenthalt erweist sich dabei nachwievor oft als große Herausforderung. Diverse Diagnosen müssen gestellt, Haus- und Facharzttermine koordiniert werden. Hier setzt die PICS-Ambulanz der Charité an: Mit ihrer Ambulanz und sektorenübergreifenden, multiprofessionellen Nachsorge begleitet sie ehemalige Intensivpatient:innen zurück in den Alltag. Die Jury des Lohfert-Preises 2026 hat das Projekt lobend erwähnt.
Prof. Nicolas Paul ist Professor für Tele-Intensivmedizin und arbeitet als Oberarzt auf einer Intensivstation in der Akutversorgung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Wir fragen ihn: Was genau ist die PICS-Ambulanz, warum gibt es sie (noch nicht überall), welche Chancen liegen auch hier in der Digitalisierung – und was wünscht er sich für das Gesundheitswesen.
Das Interview im Überblick
(02:44) Was genau passiert nach einer intensivmedizinischen Behandlung?
(04:47) Was versteht man unter einer intensivmedizinischen Behandlung?
(06:45) Was ist das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS)
„Das Problem ist der Zeitpunkt danach. Also wenn die Patient:innen wieder zu Hause sind und dann letztlich ihre eigene Versorgung selber koordinieren müssen. Und da ist die ambulante Versorgung in Deutschland total fragmentiert organisiert.“ (N. Paul)
(12:36) Wie finden die Patient:innen zur PICS-Ambulanz und was passiert dann?
(17:32) Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Behandlern?
(19:48) Warum setzt die PICS-Ambulanz erst nach der Rehabilitation an?
(22:43) Welche Rolle spielen Angehörige?
(24:21) Wie funktioniert der Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Bereichen?
(26:22) Wie lautet die Botschaft, die Sie Entscheidungsträger:innen im Gesundheitswesen mit auf den Weg geben würden?
(29:48) Ist die PICS-Ambulanz ein zeitlich begrenztes Projekt?
(33:25) Was macht die PICS-Ambulanz in drei Sätzen?
(33:58) Was sind die größten Benefits für die Patient:innen?
(34:51) Was wünschen Sie sich für die Zukunft?